SYNCHRONIZING bio picture
  • Herzlich Willkommen in meinem Blog!

    Liebe Freunde des SYNCHRONIZING®-Kugelmodells,
    ich möchte mit diesem Forum eine Plattform schaffen, auf der Ihr das „alte“ Wissen über Synchronizing in kurzen Abständen auffrischen könnt. Ich wünsche mir, dass Ihr den Blog zum Meinungsaustausch nutzt.
    Euer Markus

    Liebe Leserinnen und Leser, die Sie mit der neuartigen Psychodynamik bisher noch nicht in Berührung gekommen sind!
    Als „Neulinge“ auf diesem Gebiet möchte ich Sie neugierig machen, sich einmal die vielen Einsatzmöglichkeiten des Synchronizing-Modells anzusehen und sich dadurch langsam in die Struktur der Psychodynamik einzulesen*. Ich freue mich auch auf Ihre Fragen und Kommentare zu den unterschiedlichen Themen.
    Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
    Markus Jensch

    * Einen groben Überblick über das SYNCHRONIZING®-Konzept erhalten Sie auf der Homepage www.synchronizing.de

Über das Modell SYNCHRONIZING®, seine Struktur und einige Anwendungsmöglichkeiten – ein Interview von Matthias Menges mit Markus Jensch

Dieser Beitrag war ursprünglich als Vorstellung des Modells SYNCHRONIZING® im Rahmen des Blogs eines Motivationstrainers gedacht. Um meine Stellungnahmen auch den Leser/innen meines Blogs zugänglich zu machen, habe ich mich entschlossen, das kurze Interview hier einzustellen.

Hallo Herr Jensch, zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview Zeit nehmen konnten. Für unsere Leser, die Sie noch nicht kennen: Würden Sie sich bitte einmal kurz vorstellen.

M. Jensch: Ich bin Jahrgang 1944, habe Psychologie in Frankfurt und Köln studiert und danach eine Ausbildung zum Psychoanalytiker (DGIP) in Aachen absolviert. Mein Spezialgebiet heute ist die Kompakt-Psychotherapie und das Coaching.

 

Sie sind ja im individualpsychologischen Bereich tätig und coachen dort Menschen, die aktiv etwas an ihrem Verhalten, ihrer Kommunikationstechnik und ihrem Einfluss auf andere Menschen verändern wollen. Dazu haben Sie SYNCHRONIZING® entwickelt. Wie würden Sie das Modell in wenigen Sätzen zusammenfassen?

M. Jensch: SYNCHRONIZING® ist ein psychodynamisches Strukturmodell, das äußerlich wie eine Kugel ausschaut. Die drei Achsen, aus denen sich das Modell zusammensetzt, sind in den ersten drei Lebensjahren „entstanden“. Zuwendung und Zurückhaltung prägen das erste Lebensjahr, Selbständigkeit und Kooperation werden im zweiten Lebensjahr ausgebildet und trainiert und im dritten Lebensjahr kommen dann die Durchsetzung und der Kompromiss hinzu. Es handelt sich um drei Polaritäten, die beständig unser Denken, Handeln und Fühlen gestalten. Und jeder von uns hat gewisse Präferenzen – ich nenne sie „Spielfelder“ – innerhalb derer er/sie sich gerne und überwiegend „bewegt“. Durch diese Aufteilung ergeben sich acht Spielfeldebenen mit jeweils komplementären Gegen-Spielfeldern.

Auf Ihrer Homepage zeigen Sie ein Bild eines Kugelmodells, anhand dessen offenbar jeder Mensch in eine oder mehrere Abschnitte der Kugel einsortiert werden kann. Könnten Sie uns das Modell erklären

M. Jensch: Dazu brauchte ich eigentlich mehrere Seiten – das ist für diesen Zweck etwas zu aufwändig. Aber ich versuche, es kurz zu erläutern: Ich habe zur vorhergehenden Frage bereits gesagt, dass die Kugel in acht Spielfelder eingeteilt ist. Daraus ergibt sich, dass es nicht um ein „Einsortieren“ geht, sondern um variable Segmente der Kugel, innerhalb derer sich die Menschen – je nach Aufgabe – bewegen können. Wer flexibel ist, kann sich auf vielen Ebenen bewegen, wer unflexibel ist, kann vielleicht nur zwei oder drei Ebenen nutzen. Ein Beispiel: Ein typischer Chef spielt seine drei typischen Präferenzen gegenüber anderen aus: Er ist überwiegend durchsetzend, eher selbständig als kooperativ und sehr zugewandt zu seinen MitarbeiterInnen. Mit diesen Präferenzen befindet er sich im Spielfeld 1: Er kann gut Entscheidungen treffen, leitet seine MitarbeiterInnen effektiv und gerne und kann diese dabei auch relativ gut integrieren. In Drucksituationen geht er vorübergehend in die Zurückhaltung, hakt nach, wo noch Unklarheiten sind und zeigt eine gute Fähigkeit zur konstruktiven Kritik: Nun spielt er auf dem Spielfeld 2, auf dem die Zuwendung keine wesentliche Rolle spielt.

Innerhalb der Kugel gibt es drei sogenannte Aggregatzustände: Grün, Gelb und ROT. Die Farben sind an das Modell der Ampelschaltung angelehnt. Solange er gemeinschaftlich voran geht, wird er sich überwiegend in den Bereichen Grün und Gelb bewegen. In Grün ist alles eben im „grünen Bereich“, in Gelb herrscht Anspannung: Anpassung bzw. Veränderung ist angesagt. Ein gesunder, flexibler Mensch, wird sich locker auch im Spannungsbereich bewegen und damit die Voraussetzungen für Veränderung schaffen. Rot ist – sofern es nur kurzfristig eintritt – ein Ausnahmezustand, der üblicherweise bei Stress auftritt. Ich habe einen kleinen grünen Quetschball in einem Spielzeuggeschäft gefunden, der bei Druck auf die Mitte rot gefärbte „Beulen“ nach außen drückt. Solche Beulen kann man sich als Symptome vorstellen, die eben unter starkem Druck entstehen. Dauert der Druck lange an, ergibt sich eine Verhärtung der Stresssituation, die dann zu Extremsituationen des Verhaltens, ja sogar zu Charakterveränderungen führen kann.

Eine weitere Eigenart des Modells besteht darin, dass es sogenannte komplementäre Spielfelder  gibt. Spielt ein Arbeitspartner zum Beispiel auf dem Komplementärfeld, dann ergänzt er sich meist gut mit dem Spielpartner. Geraten jedoch unter Extremdruck beide Partner in Rot, ergibt sich eine besonders explosive Mischung, wie bei Lebenspartnern, die im „Rosenkrieg“ miteinander stehen. Ich spreche in diesen Zusammenhängen auch von „psychomagnetischer“ Verbindung, die zu extremen Formen der Anziehung bzw. der Abstoßung führen können – je nachdem, wie die Pole der Magnete zueinander gedreht sind.

Für das Konfliktmanagement sind solche Spielzüge und Positionierungen zueinander besonders interessant. Auch deren Bearbeitung kann mit dem Kugelmodell elegant vollzogen werden. Für BMW haben wir vor mehreren Jahren ein innerbetriebliches Mediationskonzept erstellt, das mit diesen dynamischen Erkenntnissen systematisch arbeitet.

Der Autor sieht sich als Mensch, der gut vermitteln und nach Lösungen suchen kann. Unter Druck neigt er wahlweise zum Rechtfertigen oder zum Gute-Miene-Machen und kann auch ganz gut ausgleichen und „die Kuh vom Eis“ bringen. Von daher gibt Ihr Modell den Charakter des Autors wirklich relativ präzise wieder. Kann man sagen, dass jeder anhand Ihres Modells die Möglichkeit hat, sich und sein Gegenüber ebenso präzise einzuschätzen?

M. Jensch: Ja, ich denke, dass sich jeder Mensch recht schnell mit dem Modell valide einschätzen und besser kennenlernen kann. Aber das ist ja nur der kleine diagnostische Teil, der der Selbstoptimierung voraus gehen muss. Der Vorteil eines solchen „optisch-psychologischen“ Modells besteht darin, dass man regelrecht „sehen“ kann, in welcher „Verfassung“ man sich befindet. Das ist – wie ich schon oben sagte – gerade für die Herren der Schöpfung ein großer Vorteil. Psychologie, die sich nicht im Ungefähren bewegt, sondern die klare Strukturen aufzeigt – das mögen Männer besonders gern.

Wenn man sich die Kugel so anschaut: Scheinbar zeigt jeder Mensch unter Stress negative Eigenschaften. Wir lesen da Wörter wie zwingen, verweigern, aufbauschen, aber auch immer einen Pfeil, der auf eine positive Lösung der Situation weist. Da wäre zum Beispiel Zuwendung, Selbständigkeit und Durchsetzung. Sehen wir das richtig, dass jeder, egal welcher Grundtypus man ist, jede dieser Lösungen erreichen kann? Der Autor als lösungssuchender Mensch wäre nach seinem Verständnis des Kugelmodells dann auch zur Durchsetzung fähig. Oder gibt es Menschen, denen es nie richtig gelingen wird, sich in Job und Privatleben durchzusetzen?

M. Jensch: Viele Fragen auf einmal! Jeder Mensch kann sich – wenn er das möchte – in jede Richtung orientieren und mit viel Übung auch einen neuen Verhaltensstil aufbauen. Aber: Aus einer Antilope sollte man kein Nashorn machen wollen. Wir haben einen – meist erfolgreichen – Lebensstil aufgebaut und tief eintrainiert. In Krisensituationen stoßen wir manchmal an die Grenzen unserer Flexibilität. Dann tut eine Korrektur durchaus gut. Und das ist mit vergleichsweise wenigen Stunden (ich spreche von unter zwanzig Stunden) möglich. Ein Mensch, der die Kompromissbereitschaft und –Fähigkeit gut beherrscht, kann sich damit auch durchsetzen. Er muss dazu keinen typischen Durchsetzungsstil erlernen. Das könnte sogar sehr negativ für ihn ausgehen, sollte er sich dazu durchringen wollen. Wichtig, ist, dass wir uns in unserem „Grünen Bereich“ sicher bewegen und vom Komplementärverhalten ein wenig hinzu lernen.

Mal angenommen, jemand hat einen cholerischen Chef und möchte eine Gehaltserhöhung durchsetzen. In der Firma ist allerdings allgemein bekannt, dass der Chef jede derartige Forderung im Keim erstickt, dabei auch in der Regel lauter und gehässig wird. Was würden Sie diesem jemand raten?

M. Jensch: Ganz spontan wollte ich raten, schnell den Arbeitsplatz zu wechseln… Nein: Das kann man natürlich hinbekommen. Wenn der Kollege lernt, die Mitmenschen besser zu „lesen“ – also die Gründe und Ziele ihres Verhaltens zu verstehen, dann sollte er einen (seinen) Weg finden, die Gehaltserhöhung zu erreichen. Ein wie oben beschriebener Chef hat ja seine Gründe, warum er so ist, wie er ist. Auch er braucht Verständnis und Zuspruch. Die Strategie, die der Kollege einschlagen müsste, sollte allerdings vorher gut überlegt sein. Ich spreche in solch einem Fall vom Beziehungsschach, das wir mit derart kapriziösen Menschen gedanklich spielen können. Mit “Forderungen“ sollte er allerdings diesem Chef nicht ungestüm gegenüber treten.

Dieser jemand ist ein zurückhaltender Typ, der eher „klein bei gibt“ als eine offene Konfrontation zu suchen. Wie genau muss der Jemand sich verhalten, damit die Gehaltserhöhung durchgesetzt wird?

M. Jensch: Ich würde ihm aufzeigen, dass er sich selbst durch Eigendruck in die Position des „Klein-bei-Gebens“ manövriert. Er muss verstehen, wozu er das tut. Und danach muss er ein kleines Training machen, das sicher stellt, dass er nicht automatisch in sein altes, malignes Verhaltensmuster fällt. Er hat aber in dem Spielfeld 7, das Sie gerade beschrieben haben, wunderbare Verhaltensweisen in „Grün“, mit denen er diesen Chef-Typ gewinnen kann: Er kann hervorragend ausgleichen und kann sich in sein Gegenüber einfühlen. Das ist meines Erachtens eine große Stärke von ihm. Diese sollte er halt nicht in eine Schwäche uminterpretieren.

Viele unserer Leser haben Probleme damit, sich gegenüber anderen durchzusetzen. Kann man sagen, dass ein bestimmter Typ Mensch besonders durchsetzungsschwach ist und ein anderer hingegen das geborene Alphamännchen, der spielend Einfluss auf andere nehmen kann? 

M. Jensch: Nein: alle haben ihr Verhalten gelernt und sich dafür entschieden. Wenn jemand sich mehr durchsetzen möchte, kann er das lernen. Das ist von allen Übungen übrigens die leichteste. Denn das Durchsetzen hat sich im Wesentlichen im dritten Lebensjahr entwickelt. Und da sind wir Menschen schon relativ rational getaktet – nicht mehr so emotional wie in den beiden Jahren zuvor. Und mit der körperlichen Statur hat die Durchsetzung keine signifikante Korrelation. Denken wir an die vielen kleinen, schmalen Frauen, die ihre Männer am „Nasenring“ führen.

Individualpsychologische Beratung ist nichts, was man „mal eben zwischendurch“ in Anspruch nehmen kann. Hätten Sie trotzdem einen Tipp, was unsere Leser in kürzester Zeit machen könnten, um andere Menschen mit Spaß von ihrer Sache zu überzeugen? Ein Erste-Hilfe-Koffer, wenn man so will?

M. Jensch: Individualpsychologische Beratung kann man meines Erachtens schon „mal eben zwischendurch“ in Anspruch nehmen – das ist ja das Besondere daran gegenüber einer Psychotherapie. Schon zweimal drei Stunden können eine enorme Entlastung bieten und einen Gewinn an Lebensqualität bringen. Genau deshalb habe ich mein therapeutisches Arbeiten an den Nagel gehängt: Viele Menschen, die in einer Krise stecken, brauchen kein ganzes Jahr, um ihren „Juckepunkt“ – wie ich ihn nenne – schnell und effektiv zu erkennen und zu bearbeiten. Dazu braucht es allerdings eine Choreografie des Beratungsablaufes, die sicher stellt, dass dieser Punkt auch diagnostiziert und couragiert angegangen wird. Diese Choreografie habe ich in jahrzehntelanger Arbeit herausgetüftelt. Nicht die Anzahl der Stunden bringt dem Klienten den Gewinn, sondern die synchronisierte, qualitativ gute Arbeit mit besonderen Werkzeugen: dafür stehen z.B. meine sehr effektiven projektiven Methoden, die ich in Laufe der Jahre zu einem Ablauf komponiert habe, der relativ sicher den schnellen Erfolg bringt. Deshalb habe ich mich dazu durchgerungen, am Ende meines langen Arbeitslebens diese Methoden meinen Kolleginnen und Kollegen beizubringen.

Kann man eigentlich sagen, dass Frauen seltener in Führungspositionen sind, weil sie vom Wesen her anders strukturiert sind? Denn in ihrem Modell stehen Eigenschaften wie vermitteln, kontakten und überzeugen direkt unter dem Pfeil Richtung Durchsetzung. Und diese Eigenschaften werden doch häufig explizit Frauen zugeordnet. Warum fällt es vielen Frauen so schwer, sich gerade im Beruf gegen die Männerwelt zu behaupten?

M. Jensch: Ich habe in den letzten Jahren immer häufiger erfahren, dass sich die Frauen mehr und mehr in Führungspositionen hineingearbeitet haben. Ich war im Rahmen eines Projektes kürzlich häufig in Schulen. Da hat eine kleine Schülerin ihre Mitschülerin angeschubst und gesagt: „Guck mal – da ist ja ein Mann!“ Kinder werden von klein auf von Frauen „geführt“. Auf mittlerer Führungsebene finden wir heute in vielen Berufen mehr Frauen als Männer. An den Universitäten studieren mehr Frauen als Männer. Im Studiengang Medizin und Zahnmedizin gibt es mehr Frauen als Männer – das gilt auch für das Fach Psychologie. Mehr Frauen erlangen die Eingangsvoraussetzungen für Studiengänge, weil sie bessere Noten im Schulabschluss erlangen. In wenigen Jahren wird es kaum noch männliche Zahnärzte geben. Und schauen Sie mal die Partnerschaften an, wer da das Sagen hat. Die Frauen sind dabei, Männer in allen Bereichen zu überholen. Vielleicht gilt Ihre Eingangsfrage für den Bereich des Top-Managements. Da halten die Männer noch eng zusammen und lassen die Frauen (noch) nicht durch. Aber das ist eine Frage der Zeit. Dann müssen wir „Schonprogramme“ für Männer auflegen, damit sie nicht gänzlich zurück fallen.

In Ihrem Beruf dreht sich alles um die richtige Kommunikationstechnik. Würden Sie der Aussage zustimmen, dass die richtige Kommunikationstechnik der Schlüssel zum Erfolg ist? Ist der, der gut reden kann, im Vorteil?

M. Jensch: Kommunikation ist ja nicht nur Reden: Der Gesamtauftritt – neudeutsch: die performance – ist entscheidend für den Erfolg. Aber sie haben schon recht: Wer gut reden kann, hat einen Vorteil. Und da sind die Frauen in der Regel den Männern überlegen. Aber zum Reden tritt ja noch eine wichtige Komponente hinzu: die Fähigkeit, zu strukturieren. Meine Erfahrung ist, dass derjenige erfolgreich ist, der ein gerüttelt Maß an Mut mitbringt, sich in Szene zu setzen. Mut, Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit und Strukturierungsfähigkeit sind die Schlüssel zu Erfolg. Diese vier Eigenschaften müssen passend orchestriert sein, damit daraus ein erfolgreiches Verhalten generiert werden kann.

Eine letzte Frage zum Schluss: Theoretisch kann man ja anhand Ihres SYNCHRONIZING® Modells jeden Menschen analysieren, einordnen und hat somit die Lösung parat, um sein Gegenüber zu manipulieren, also Einfluss auf eine andere Person zu nehmen. Könnte demnach aus dem allerruhigsten, schüchternsten Mauerblümchen der Chefverkäufer des Jahres werden?

M. Jensch: Theoretisch: Ja – praktisch: Nein! Natürlich kann das Modell SYNCHRONIZING® missbraucht werden, um andere Menschen zu manipulieren. Das gilt für jedes Werkzeug. Im schüchternen Mauerblümchen steckt in der Regel eine Menge Potenzial. Wenn es gelingt, die fest angezogenen Bremsen zu lösen, dann kann das ehemalige Mauerblümchen gut in Fahrt kommen. Ich spreche manchmal davon, dass wir die Methode wie „Caramba“ zum Einsatz bringen: Caramba löst den Rost zwischen Schraube und Mutter langsam auf. Die Auflösung der „Hemmung“ ist zum Start des Coachings zwingend nötig. Dann kommt in weiteren Coaching-Sessions der Aufbau weiterer mutiger Strukturen – ich spreche auch von Ermutigung – die zum befreiten, erfolgversprechenden Denken und Verhalten führen. Diese Entwicklung kann man im Strukturmodell SYNCHRONIZNG® richtiggehend „sehen“. Und gerade das ist das Neue an diesem Konzept: die geniale Visualisierung psychischer Strukturen und Abläufe.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!

Die Methode SYNCHRONIZING® ist europaweit mit einer Schutzmarke versehen. Sie kann im Rahmen einer Ausbildung erlernt werden. Mit dem Zertifikat “Coach SYNCHRONIZING®” erwerben Sie nach bestandener Prüfung die Lizenz, mit der Sie die umfangreichen Materialien dauerhaft anwenden können.

Interesse? info@synchronizing.de

Zur ICH- und SELBST-Entwicklung bei Freud und Adler

von Markus Jensch

Die Entwicklung eines stabilen, flexiblen „ICHs“ gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Persönlichkeitsentfaltung.

Das FREUDsche Persönlichkeitsmodell hat mit der Darstellung des „Seelischen Apparates“ eine hervorragende Möglichkeit gefunden, die ICH-Entwicklung im Rahmen einer formgebenden Dynamik zwischen ES und ÜBER-ICH optisch vorstellbar zu machen: Stellt man sich das ES in Form eines schweren Amboss vor, auf dem das noch kleine, zarte ICH vom Hammer des ÜBER-ICH geschmiedet wird, so erzeugen diese Vorstellungen die unterschiedlichsten Assoziationen.

Stellen wir uns einen sehr ambitionierten, schweren, allgegenwärtigen ÜBER-ICH-Hammer vor, der das ICH in eine „passende“ Form bringen möchte, so können wir uns das ICH-Produkt am Ende gut vorstellen: plattgeklopft, verbeult, gespalten, mickrig oder einfach nur missgeformt. Ist die ÜBER-ICH-Instanz selbst nur schwach ausgeprägt – wir stellen uns ein winziges Hämmerchen vor – so kann das ICH kaum in eine sozial angemessene Form gebracht werden. Der Einfluss des gewaltigen ES-Amboss überflutet das ICH mit seinen ungestümen Kräften der Triebhaftigkeit. So wächst dann ein ICH heran, das sich der Wucht des Verlangens kaum erwehren kann – es am Ende gar nicht will.

Im günstigen Falle kann sich das ICH zwischen einem nährenden ES und einem gewährenden, schützenden ÜBER-ICH prächtig entfalten und stark und unabhängig werden. Ich habe (an anderem Ort) mehrere Versionen der optischen Darstellung vorgeschlagen, um die unterschiedlichen Formfindungen aufzuzeigen.

Das ICH – nach dieser FREUDschen Vorstellung – ist ein Gebilde, das sich zwischen den formenden Druckpressen der beiden äußeren Instanzen als Produkt ergibt. Es ist eher gestaltet als gestaltend.

Wie sieht das nun in der Individualpsychologie (IP) ADLERs aus? In dieser „Schule“ gibt es keinen „Seelischen Apparat“, keine physisch vorstellbaren Instanzen, die – wie eigenständige Wesen – Krieg miteinander führen oder eben in einem harmonischen Miteinander leben. Gibt es die im FREUDschen Modell so anschaulich darstellbaren Dynamiken in der IP nicht? Oder müssen wir sie mit den dort beschriebenen Kraftfeldern anders erklären?

In der IP kennen wir die beiden Kraftfelder, die wir „Kausalität“ und „Finalität“ nennen. In der Gegenwart zwischen diesen Feldern findet die Gestaltgebung der Persönlichkeit statt– immer flankiert von der Vergangenheit und der Zukunft. Zwischen den kausalen („gestern“) und den finalen („morgen“) Kraftfeldern sucht das ICH („heute“) seine beste Form. So passt es sich den Anforderungen seiner Umgebung an, indem es im günstigen Fall sehr flexibel agiert und reagiert.

Die kausalen Kräfte setzen sich zusammen aus den genetischen Strukturen, die sich entfalten wollen und aus den Einflüssen des Umfeldes, die auf das Individuum unentwegt einprasseln. Die genetischen Strukturen sind nichts anderes als „Protein gewordene“ Umwelteinflüsse der vergangenen Wochen, Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende. Im Wirrwarr der Einflüsse gibt sich das Individuum eine unverwechselbare, einmalige Struktur, die wir „Lebensstil“ nennen. Die Formgebungen des Lebensstils folgen einer Zielsetzung, die uns Antrieb und Richtung gibt. Das ICH in der IP ist ein sich selbst organisierendes (autopoietisches) Produkt einer fortwährenden Entscheidungskette. Das ICH ist Bauherr und Architekt seiner Struktur in einem. Es ist agierend und reagierend – niemals nur reagierend, niemals nur Opfer der Umstände.

Wenn wir nun beide – FREUDsche und ADLERsche –Modellvorstellungen miteinander vergleichen, so können wir festhalten:

Nach dem Instanzenmodell (FREUD) wird das ICH – also der Kern der verantwortlich handelnden Persönlichkeit – zwischen den beiden Kraftpolen ES und ÜBER-ICH geformt. Das Produkt ist in einer bedingenden (kausalen) Zangenbewegung herangewachsen – gefördert, gebremst, geliebt, genötigt, bedroht, vergöttert… Das ICH repräsentiert später alle drei Instanzen in sich, wird dadurch zum SELBST.

Je nach Charaktertypus, den es später darstellt, ist es trieblastig oder kontrolliert oder beides – auch im Wechsel. Das ehemalige Außen ist zum Innen geworden. Die Instanzen haben Repräsentanzen im SELBST gefunden (das SELBST entspricht – grob gesagt – dem ausgeformten ICH).

Nach dem ganzheitlichen Modell (ADLER) formt sich das ICH selbst, trifft immer selber Entscheidungen, organisiert seine Vergangenheit (seine individuelle Kausalität) und seine Zukunft (seine individuelle Finalität). Die unmündige Unstrukturiertheit der jungen Seele macht die Formfindung, Formgebung, und Formfixierung zur wichtigsten Aufgabe der ersten Lebensjahre. Der Drang, eine gute, erfolgreiche Grundform des Seelischen auf- und auszubauen, ist angeboren. Insofern verläuft nach Vorstellung der IP die Persönlichkeitswerdung nicht nach dem Reiz-Reaktionsschema der behavioristischen Theorie. Alles Lebendige strebt von sich aus – von innen heraus – variablen Zielen entgegen. Je höher – und damit unerreichbarer – die Ziele vom Individuum gesteckt werden – umso größer wird der Druck, den die Ziele selbst auf das ICH ausüben. Aus dem Voranstreben wird dann ein „Nach-Oben-Streben“. Die Zielvorstellung kann dann zur Last (zur Bürde) werden, die mit eigenen Kräften nicht mehr gestemmt werden kann. Aus der leichtgängigen horizontalen Bewegung(von gestern nach morgen) ist dann eine schwergängige vertikale Bewegung geworden (von unten nach oben).

Das ICH in der IP ist eine ewig suchende Gestalt (oder Ganzheit), die sich – bei positiver Entwicklung – sowohl den Erfordernissen der Gemeinschaft als auch den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Der Nutzen dieser Vorstellung liegt vor allem darin, dass sich dieses ICH aus sich heraus steuern – also auch umsteuern – kann.

Nachtrag:

Für die Psychoanalyse ist die Beherrschbarkeit (Kultivierung) der Triebe gleichbedeutend mit der ICH-Werdung: Wo ES war, soll ICH werden (Freud).

Für die IP ist die ICH-Werdung gleichbedeutend mit der Ausbildung des Gemeinschaftsgefühls – des social interest.

Für das SYNCHRONIZING® bedeutet ICH-Werdung in den ersten drei Jahren:

  • Schrittweise Lösung des Säuglings aus der Verschmelzung mit der Mutter, denn in den ersten Lebensmonaten nimmt das Baby die Mutter als Teil von sich selbst wahr.
  • Erleben von Unabhängigkeit (später: Freiheit) im zweiten Lebensjahr. Und: Beiträge leisten als Schlüsselqualifikation der ICH-Entwicklung in der Gemeinschaft.
  • Erleben von Selbstwirksamkeit im Umgang mit Dominanz und Kompromiss im dritten Lebensjahr.

Aus anfänglich „Diffusem“ wird Schritt für Schritt klare Struktur. So erfolgt die Binnendifferenzierung hin zu Positionen und Rollen in diversen Gemeinschaften (Familie, Kita, Schule, Arbeit, Gesellschaft…). Mit der präzisen Einschätzbarkeit solcher Rollen und Positionen in unterschiedlichen sozialen Gebilden gewinnt das ICH an Stabilität. Das ICH hat sich zum berechenbaren, stabilen SELBST entwickelt.

Wer sich weitergehend über SYNCHRONIZING®  informieren möchte, kann sich auf den Homepages synchronizing.de, synchronizing-mainz.de und synchronizing.ch informieren. Dort finden Sie auch Angebote zur Ausbildung zum SYNCHRONIZING®-Coach und weitere Fortbildungsangebote.


© Dr. Markus Jensch, SYNCHRONIZING-Institut, Köln, 2016


Zwölf These zum SYNCHRONIZING®-Beziehungs-Modell

von Markus Jensch

Mir ist vor einigen Tagen ein „altes“ Papier begegnet, in dem ich einige Thesen zur Charakterentwicklung und zum Umgang von Beziehungs-Partnern in Beruf, Partnerschaft und Erziehung zusammengestellt habe. Dieses „vergessene“ Papier möchte ich hier im Blog vorstellen. Darin stecken keine neuen Erkenntnisse, sondern nur einige Prinzipien, die dem SYNCHRONIZING®-Modell zugrunde liegen und die für Ratsuchende im Vorfeld eines Coachings interessant sein könnten.

1. Im ersten Lebensjahr findet die Prägung des Ur-Vertrauens und des Ur-Misstrauens statt. Zu enge Bindung oder Vernachlässigung hinterlässt tiefe Spuren wie Verwöhnung, klebrige Anhänglichkeit, Rückzug oder Sucht.

2. Im zweiten Lebensjahr folgen die prägenden Einflüsse in Richtung Selbständigkeit oder Unselbständigkeit. Eigenschaften wie Anbiederung und Aufopferung oder Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit werden vor-geprägt: lieb und brav oder egoistisch und fordernd…

3. Im dritten Lebensjahr folgt die Weichenstellung in Richtung Rücksichtnahme, Harmlosigkeit, Altruismus oder in Richtung Rücksichtslosigkeit, Aggressivität, Egoismus: Anzustreben ist eine gute Balance zwischen beiden Polen.

4. Im Verlauf der Menschheitsgeschichte mussten die Menschen immer wieder mit Bedrohungen leben. Die z.T. Jahrtausende alten Erlebnisse haben sich genetisch tief eingeprägt und leben in unserem „kollektiven Unbewussten“ fort: So finden wir bei allen Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägte Ängste vor Einsamkeit, Abhängigkeit und Unterlegenheit.

5. Zur Abwehr dieser Ängste hat uns die Natur mit „Sicherungs-Genen“ ausgestattet. Wir streben nach Geborgenheit, nach Selbständigkeit und nach Überlegenheit.

6. Aufgabe der Erziehung ist es, dem Kleinkind Zurückhaltung, Kooperation und die Fähigkeit zum Nachgeben beizubringen – ohne jedoch die natürlichen Strebungen (siehe 5.) zu vernachlässigen.

7. Das SYNCHRONIZING®-Kugel-Modell zeigt 8 Verhaltens-Segmente (ich nenne sie auch „Spielfelder“), die alle Individuen oder Teams in unterschiedlichem Ausmaß beherrschen sollten. Die Mixtur der Eigenschaften – das Profil – wird bestimmt durch die jeweilige Rolle. Wer unzufrieden ist mit seiner Rolle, der sollte an seinem Profil arbeiten, damit er erfolgreich die Rolle ändern kann.

8. Wir haben nicht nur eine Rolle und ein Profil, sondern unterschiedliche Rollen – z.B. in Familie, Partnerschaft, Beruf – mit jeweils unterschiedlichen Profilen.

9. Komplementäre Profile passen wie ein Schlüssel-Schloss-System zusammen. Sie ziehen sich (in „Grün“) stark an oder stoßen sich (in „Rot“) extrem stark ab („Rosenkrieg“).

10. Komplementäre Charaktere wirken aufeinander wie Magnete. Es entwickeln sich besondere – sog. „psychomagnetische“ – Kräfte. Kommt es zwischen solchen Charakteren zu Konflikten, dann drehen sich die Magnete nicht selten so, dass sie in einem Abstoßungs-Verhältnis stehen. Konflikt-Management bedeutet, dass beide Magnete (Charaktere) sich wieder in die Anziehungs-Richtung drehen. Gelingt das, kann wieder eine positive Beziehung zueinander gefunden werden. Die „alte“ Ausgangs-Situation wird in der Regel nicht wieder hergestellt. Die neue Beziehung findet auf einer gereiften Ebene (Synthese) statt.

11. Viele „schwierige Situationen“ entstehen dadurch, dass unbewusste Projektionen stattfinden. Wer seine Projektions-Mechanismen nicht kennt, läuft Gefahr, immer wieder die gleichen Beziehungsfehler zu provozieren – ohne dass er das durchblickt. Ein gezieltes Coaching macht die eigenen Projektionsmuster deutlich und damit anders wirksam.

12. Die kontinuierliche Verbesserung durch Selbstreflexion (KVP, „Kaizen“) führt zur stetigen Reifung und zu kontinuierlichem Wachstum. Alte Verletzbarkeiten und Dünnhäutigkeiten können leichter in den Hintergrund treten. Die Zufriedenheit mit sich selbst wächst – und damit die sog. „soziale Kompetenz“.

Wenn Sie sich für ein Einzel-Coaching, ein Paar-Coaching oder für ein Team-Coaching interessieren, nehmen Sie doch einfach Kontakt zu uns auf. Sie können sich einen weiter gehenden Überblick verschaffen, wenn Sie die Web-Seiten

www.synchronizing.de, www.synchronizing-mainz.de und www.synchronizing.ch  aufsuchen.

Die nächste Ausbildung zum  Coach SYNCHRONIZING® findet in Mainz statt. Einzelheiten dazu finden Sie auf der HP synchronizing-mainz.de

Neurose ist: wenn aus einem Versteck ein Bollwerk wird

- Individualpsychologische Variationen des Unbewussten – 

 

von Markus Jensch

Ich habe schon öfter in diesem Blog über das Unbewusste geschrieben. Immer wieder stelle ich fest, dass sich die Nachfahren Alfred ADLERs etwas schwer damit tun, „das Unbewusste“ klar zu beschreiben. Alfred ADLER – unser Ziehvater – hat es sich selbst auch nicht leicht damit gemacht: vielleicht weil er sich nicht in jeder Hinsicht klar von FREUD abgegrenzt hat. Er sprach mal vom Unbewussten, mal vom Unerkannten und später auch von der „tendenziösen Apperzeption“.

Da sich die Nachfahren ADLERs bezüglich dieser Fragestellung  (gibt es ein Unbewusstes in der ADLERschen Psychologie?) nie ganz einig waren (und bis heute nicht sind), bleibt uns die Unklarheit leider erhalten. Ich habe in diesem Blog mehrfach versucht, die Unterschiede zwischen der FREUDschen  und der ADLERschen Auffassung zu diesem Themenkomplex herauszuarbeiten (vergleiche: Nov. 2013, April 2013, Sept. 2011, Juni 2011).

Seit vielen Jahren arbeite ich weniger als Psychotherapeut, denn als individualpsychologischer Coach. Ich möchte damit der Erwartung meiner Klienten gerecht werden, eine möglichst tief gehende und dennoch nicht zeitraubende Methode zur Lösung ihrer Probleme zur Verfügung zu stellen. Ich habe neben der tiefenpsychologisch fundierten und der analytischen Psychotherapie bereits seit 1977 eine Kurzform des tiefenpsychologisch fundierten Coachings angeboten (ich nannte sie „fokale Lebensstilanalyse“) und diese Methode beständig weiterentwickelt. Sie wurde in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen nach harten Kriterien evaluiert (vom TÜV Hannover und von der Bundesanstalt für Straßenwesen). In der Anwendung dieser Methode wurden von mir und meinen KollegInnen mehrere hundert PsychologInnen und IP-BeraterInnen ausgebildet. Seit dem Jahr 1995 habe ich die Methode um das psychodynamische Strukturmodell SYNCHRONIZING® erweitert.

Nun möchte ich zum Thema: „das Unbewusste in der Individualpsychologie“ zurückkommen: Wenn ich von individualpsychologischem Coaching spreche, bewege ich mich dort selbstverständlich auch im Bereich des Unbewussten – auch wenn diese Methode nur zwischen fünf und zwanzig Stunden Zeit beansprucht. Jeder gebildete Laie hat eine grobe Vorstellung davon, was es heißt, „unbewusste“ Inhalte in einer psychoanalytischen Psychotherapie „aufzudecken“. Nach FREUD ist das Unbewusste ein wichtiger „Teil“ des seelischen Apparates – so nannte er die drei konkurrierenden psychischen Instanzen (ES – ICH – ÜBER-ICH). In das Unbewusste – das überwiegend in der Instanz „ES“ angesiedelt ist – werden mittels sog. Abwehrmechanismen unangenehme, peinliche und bedrohliche Inhalte des Seelischen verschoben. Die „Verdrängung“ spielt dabei die wichtigste Rolle. Ins Visier der Verdrängung geraten vor allem sexuelle Phantasien, die in den Bereich des „Peinlichen“ gehören sowie Perversionen aller Art, Mordphantasien usw. Alles was unberechenbar, angsteinflößend, peinlich, schmierig, schleimig und abartig ist, kann auf diese Weise in ein Geheimarchiv des Seelischen ausgelagert werden. Unangenehm nur, dass ES sich von dort aus immer mal wieder hervor wagt (z.B. in Träumen) und dann wieder „nachverdrängt“ werden muss. Diese z.T. offene Trennlinie zwischen dem überwiegend unbewussten ES und dem ICH macht sich die Psychoanalyse nach FREUD zunutze, indem sie  via Traumdeutung und freier Assoziation die Zipfel der verdrängten Inhalte hervor holt, klar benennt und „durcharbeitet“ – mithin bewusst macht.

Aus Sicht des Laien ist nachvollziehbar, dass man für das Aufarbeiten der verdrängten Peinlichkeiten im Rahmen einer Psychoanalyse sehr viele Sitzungen benötigt. Und dass eigentlich nur deren Bewältigung mit dem Etikett „tiefenpsychologisches Arbeiten“ zu versehen sei.

ADLERs Ansatz ist ein völlig anderer als der FREUDs. „Unbewusst“ ist, was nicht in den „privat-logischen“ Lebensentwurf eines Menschen hinein passt. Legt sich ein Mensch einen Lebensstil zu, in dem „Glanz und Gloria“ auf der Eingangstür des Lebenshauses geschrieben steht, dann passen Aspekte der Armut, „Schmuddeligkeit“ oder erlittenen Drittklassigkeit dort nicht hinein. Dementsprechend werden solche Aspekte ausgeblendet oder gar versteckt. Die Selbstdarstellung wird in einem überarbeiteten Drehbuch (Script) gewissermaßen bereinigt. Störende Elemente werden vertuscht oder umetikettiert. Der Träger dieses Denk- und Verhaltens-Stils wird sein Ego – wo es geht – aufwerten, polieren und schönfärben. Wir können dies vergleichen mit dem Verfassen eines „perfekten“ Lebenslaufes: nicht bestandene Prüfungen, Zeiten der Untätigkeit, kurze Arbeitsverhältnisse und so weiter werden „geglättet“ und „schön-geschummelt“. In dieser Analogie sind die Schummeleien selbst zwar bewusst: was aber nicht bewusst ist, ist die sprachliche Begleitmelodie, die dem Verfasser nicht auffällt – jedoch dem Adressaten: Das Gesamtpaket kommt als „nicht authentisch“ rüber. So passen auch bei einer Lüge oft Mimik und Inhalt des Gesprochenen nicht zusammen. Man sieht’s ihm an der Nasenspitze an… – sagt der Volksmund.

Handelt es sich bei der FREUDschen Verdrängung um einen Kampf der seelischen Instanzen untereinander, steht das Unbewusste bei ADLER in Form mehr oder weniger „geschickter“ Unterlassungen oder Manipulationen im Dienste der gesamten Persönlichkeit. Im Gegensatz zu FREUD dient der  kreative Akt der „Aufwertung“ der Sicherung nach außen hin. Nicht innerpsychische Prozesse  (wie bei FREUD)  spielen die wichtigste Rolle, sondern das Bild des Selbst im Spiegel der umgebenden Gesellschaft. Beide Formen des Unbewusst-Machens  dienen der Rettung des Selbstwertgefühls vor einer Abwertung. Bei FREUD greift die Not-Verdrängung im Auftrag des Über-Ichs zugunsten des Ichs ein – bei ADLER wird das Unpassende versteckt (oder zum Unwichtigen erklärt), um den Lebensstil glaubwürdig darstellbar zu machen. Bei ADLER handelt es sich um Ungereimtheiten, die es im Sinne einer Korrektur zu vertuschen gilt, bei FREUD werden ganze Leichen im Keller eingemauert.

In der individualpsychologischen Arbeit am Unbewussten geht es darum, die korrigierten Ungereimtheiten wieder sichtbar zu machen. Der Lebensstil hatte sich nämlich mit seinem Träger im Lauf des Lebens so arrangiert, als ob das Versteck bzw. die Verschleierung immer noch benötigt würde. Mit dem Coach macht sich der Klient auf die Entdeckungsreise, die Ungereimtheiten, Widersprüche, Verschleierungen und Fassaden aufzufinden. Das gemeinsame Scannen mit projektiven Methoden führt zu den „Verstecken“. Das Geglättete ist als das Unbewusst-Gemachte zu verstehen. Das können natürlich auch Peinlichkeiten aller Art sein – aber überwiegend handelt es sich um unpassende, unschickliche, unangenehme Hinterlassenschaften der Lebensumstände im aktuell „präsentierten“ Lebensstil.

In der alten FREUDschen Analyse suchen Therapeut und Analysand nach den Folterwerkzeugen, den Peitschen und Handschellen sowie den peinlichen Sexspielzeugen, die die anständige Dame oder der anständige Herr weggesperrt hat. Bei FREUD stehen immer (definitionsgemäß) polymorph perverse Phantasien und ödipale Mordgelüste auf der Suchliste – auch wenn solcherlei nicht wirklich verdrängt wurde. Wer sich als Patient dennoch nicht auf die Suche einlässt, leistet Widerstand: Die Therapie dauert dann umso länger (dies gilt für die „reine“ Lehre der alten FREUDschen Schule).

Bei der IP-Analyse wird das unechte, selbstüberhöhte Ich auf den Boden der Tatsachen geholt. Längst vergessene Verstecke werden wieder entdeckt und im Lebensplan werden Widersprüche herausgefiltert, deren Aufdeckung schon lange „fällig“ waren. Beim Entdecken von Ungereimtheiten fallen immer wieder ähnliche oder gleiche Verhaltensmuster auf, die vom Klienten als „ungeeignet“ erlebt und deshalb versteckt wurden. Das kann eine abgebrochene Schulbildung oder eine „defekte“ Familiensituation sein: Die Lüge über der Wirklichkeit bereitet irgendwann selber Probleme und führt dann zu den chronifizierten „Lebenslügen“ (ADLER), die in keiner Relation mehr zum ehemals versteckten Lügenanlass stehen.

Beide Methoden, Unbewusstes zu entdecken, sollen zur authentischen, ungeschminkten Persönlichkeit führen. Die individualpsychologische Herangehensweise ist viel offener und breiter. Sie hat den Vorteil, dass sie nicht auf das angstmachende Aufdecken von Perversionen ausgerichtet ist. Die Schachtel kann – ganz unsymbolisch – Schachtel bleiben und dem Bleistift bleibt die Umdeutung zum Penis erspart. Allein aus diesem Grunde reichen manchmal schon wenige Coaching-Sitzungen, um einen „gekünstelten“ Lebensstil aus seinem Dornröschen-Dasein befreien zu können. Und sind die Verstecke erst einmal entdeckt und benannt, können deren Inhalte meist problemlos in das aktuelle Script der Persönlichkeit eingebaut werden. Wenn das Versteck aber zum hartnäckig verteidigten Bollwerk ausgebaut ist, dann sind wenige Stunden individualpsychologischen Coachings in der Regel nicht ausreichend, um die Festung einzunehmen. Gefragt sind dann geduldige „Verhandlungen“ (Psychotherapie), mit denen die perfekt gesicherten Tore zur verunsicherten Persönlichkeit im Vertrauen auf Frieden von innen vorsichtig geöffnet werden.

Aus der individualpsychologischen Sicht heraus überwiegt der Aspekt der Störung als Anlass, den Störfall zu verstecken oder zu vertuschen. Gemäß  psychoanalytischer Sicht ist es immer der Aspekt der Peinlichkeit, der den Anlass zur Verdrängung ins Verlies des Unbewussten liefert. „Neurose“ entsteht – so gesehen – aus dem ödipalen Urkonflikt menschlichen Daseins.

Unbewusstes ist aber in beiden psychologischen Schulen als mehr oder weniger „tief verborgen“ vorstellbar. FREUD verwendete in dem Zusammenhang auch den Begriff des Vorbewussten oder Bewusstseinsfähigen. Bei ADLER gibt es dafür den Begriff des Unerkannten. Vielleicht können wir uns so den Unterschied zwischen einer behandlungsbedürftigen Störung (Versteck) und einer „Neurose“ (Bollwerk) leichter vorstellen. Um das Bollwerk zu „knacken“ bedarf es einer längeren Behandlung mit geduldig angewandten Methoden.

Wenn Sie das tiefenpsychologisch fundierte Coaching kennenlernen wollen, wenden Sie sich an info@markus-jensch.de. Ausbildungen zum Coach SYNCHRONIZING® bieten wir in unseren Instituten Köln (Zentrale), Mainz und Winterthur an:

synchronizing.de     synchronizing-mainz.de      synchronizing.ch 

Stress aus Angst – eine individualpsychologische Betrachtung des Stressphänomens

von Markus Jensch

 Diesen Beitrag habe ich in der Zeitschrift „Lichtblick“ des Vereins für praktizierte Individualpsychologie im März 2016 veröffentlicht. Ich betrachte dabei den angstgefärbten, „neurotischen“, zielorientierten Stress – wie er uns in der praktischen Arbeit in einer individualpsychologischen Beratungspraxis regelmäßig begegnet.

Beim Thema „Stress“ denke ich an die vielen Patienten, die mit ihren Stresssymptomen zu mir kamen und kommen. Genau besehen hatten und haben eigentlich alle Patienten Stress: Die vielen „Trinker“, „Kiffer“, „Raser“, die ich im Rahmen meiner verkehrsbezogenen Arbeit über viele Jahre behandelt habe, die Angstpatienten, Herzpatienten, Migränepatienten, die Studienabbrecher, Depressiven, Zweifler, Ausbieger, Steckenbleiber, Blockierer, Schulversager, Legastheniker, Aggressiven oder auch die wenigen Kriminellen, mit denen ich gearbeitet habe. Aktuell kommen die Burn-out-Patienten hinzu, die – vom Stress zerfressen – ihre Waffen strecken und sich eine Auszeit „nehmen“.

Stress – kausal betrachtet

So lange wir uns auf der kausalen Ebene bewegen, können wir die Patienten als Opfer ihrer Lebensumstände behandeln. Die Anforderungen werden höher, das Arbeitspensum vielfältiger und umfangreicher. Ohne Überstunden schaffen viele nicht mehr das Ergebnis, das von ihnen verlangt wird. Der Druck nimmt zu. Die druckbedingten Deformationen der Persönlichkeit werden zunehmend sichtbar. Stress ist – so gesehen – ein Kompensationsphänomen, das sich eine Zeit lang dazu eignet, die Leistungsreserven zu mobilisieren.

Stress – final betrachtet

Von der – bisher beschriebenen – kausalen Betrachtungsebene ausgehend, ist die Themenstellung des vorliegenden Heftes auf den ersten Blick logisch: Wie können wir Stress vermeiden, um (wieder) in eine lebenswerte Balance zu gelangen? Nun sind wir – die Leser des Lichtblicks und die meisten Leser des Blogs – aber individualpsychologisch ausgerichtet. Von Alfred ADLER, dem genialen Tiefenpsychologen, haben wir die Erkenntnis übernommen, dass es neben der kausalen Ebene, die alle Entwicklungen gemäß dem Ursache-Wirkungs-Gesetz abzuleiten versucht, noch die finale Ebene gibt, in der das Ziel des Handelns eine bedeutsame Rolle spielt. Demgemäß stellen wir „Adlerianer“ nicht nur die Frage: „Stress – woher/warum?“, sondern parallel dazu fragen wir: „Stress WOZU?“ – denn wir wissen, dass Stress auch ein schöpferisches Produkt des Gestressten ist. Stress entsteht bei dem (meist vergeblichen) Versuch, von ganz unten nach ganz oben zu kommen. Er entsteht bei der „Überdehnung“ des Strebens und kann verstanden werden als ein Aggregatzustand, der durch dauerhafte Anstrengung manifest geworden ist. Diesen neurotischen, angstgefärbten Stress möchte ich hier in den Fokus rücken.

Der Kunstgriff der Beratung/Therapie nach ADLER besteht darin, vor allem den Zweck/ das Ziel des „Sich-Stress-Machens“ zu ergründen, dessen Kriegskosten sowie dessen Nutzen (Nachteile und Vorteile) in den Fokus der Ziel-Analyse zu rücken. Bei der Betrachtung des Nutzens eines Symptoms sind wir Adlerianer äußerst unbequeme Helfer. Wer lässt sich schon gerne den Nutzen seines hemmungslosen Trinkens als Thema auftischen. Mit der finalen Betrachtungsweise machen wir nämlich aus dem Opfer auch einen Täter: Als Volltrunkener kann ich meine – sonst mühsam gebremsten – Aggressionen ungebremst ausleben, ohne dafür verantwortlich zu sein. Das ist ein Nutzen der „Sauferei“.

Die Lebenslüge: wenn ich nicht …hätte, wäre ich….

Betrachten wir nun einmal das Stress-Konstrukt mit individualpsychologischen Augen:

Ich nutze dazu gern das Beispiel vom hünenhaften deutschen Zehnkämpfer Jürgen Hingsen. Sein Gegenspieler war über mehrere Jahre der Engländer Daley Thompson – ein gewitzter, selbstsicherer Sportsmann. Bei den olympischen Spielen in Seoul (1988) trafen beide mal wieder aufeinander. Der Zweimeter-Riese Hingsen war in fast allen Einzel-Disziplinen seinem Erzrivalen überlegen. Die Goldmedaille war für Deutschland fest eingeplant. Die beiden schauten sich vor der ersten Disziplin, dem 100Meter-Lauf, intensiv in die Augen. Daley grinste frech seinen unsicheren Rivalen an. Jürgen, der gestresste seelische Zwerg, fabrizierte darauf hin einen Fehlstart – das war ja noch okay. Doch danach geschah das Unfassbare: Hingsen vermasselte auch den zweiten Start und wurde disqualifiziert.

Siegen ohne Prüfung – eine hohe Kunst!

In der Realität hatte er in mehreren direkten Begegnungen niemals seinen Rivalen zuvor besiegt. Seine gestressten „Nerven“ hatten ihm jedes Mal ein Schnippchen geschlagen. Im Herbst 2015 begegneten sich die beiden „Helden“ von einst bei Markus Lanz – zum ersten Mal seit knapp dreißig Jahren. Hingsen war nach wie vor der unsichere „Psycho-Zwerg“, der sein Dilemma noch immer nicht verstanden hatte und der darauf verwies, dass er ja eigentlich der Bessere gewesen war. Und Thompson lachte sich erneut ins Fäustchen. Gönnerhaft überließ er ihm die lächerliche Fiktion, der „eigentliche Sieger“ gewesen zu sein. Was aber war Hingsens Nutzen? Adler bezeichnet solch einen Vorgang als „neurotisches Sicherungsverhalten“ – als „auskneifen“ – auch als „ausbiegen“. Hingsen konnte sich sagen: „Hätte ich einen korrekten Start hingelegt, ich hätte die Goldmedaille geholt. Sein Stress verhinderte die Blamage des Besiegt-Werdens. Das war der fragwürdige Nutzen.

Stress bietet jederzeit die Option, aussteigen zu können und dabei nicht als Gescheiterter oder als Verlierer da zu stehen. Eine „richtige“ Krankheit macht sich natürlich noch besser und dient vielen Examenskandidaten als Retter in der Not der bevorstehenden Abschlussprüfung. Nach Adler ist die Angst des Ichs der Kern der Neurose. Die Angst dient dem Rückzug und der Sicherung vor der Niederlage. Im Grunde ist jeder Stress von dieser Psychodynamik durchzogen.

Ans Kreuz der Überlegenheitsfiktion geschlagen (ADLER)

Bei überängstlichen Menschen wird der Lebensstil immer enger und starrer: In Drucksituationen stecken sie wie Korken im Flaschenhals fest. Adler drückt das sehr drastisch aus: Der Nervöse sei ans Kreuz seiner Überlegenheitsfiktion geschlagen. Indem er – angstgestresst – seiner eigenen Kraft misstraue, laufe er seinen Ohrfeigen hinterher.

Da stellt sich die Frage, ob es sinnträchtig ist, zu empfehlen, den Stress zu vermeiden, denn die Produktion des Stresses folgt ja einem privatlogischen Drehbuch, das der Autor selbst geschrieben hat, dessen Dynamik ihm aber nicht wirklich bewusst ist. Etwas vermeiden wollen, das man lebensstiltypisch nutzt – das macht wenig Sinn!

In meiner jahrzehntelangen Arbeit mit alkohol- und drogengefährdeten Menschen, habe ich in jedem Falle die Angst als Ausgangspunkt der Suchtentwicklung vorgefunden. Im Buch „Angst und Alkohol“ habe ich mit dem Kollegen Rüdiger von Wolmar den Zusammenhang zwischen systematischem Drogen-Missbrauch und der zugrunde liegenden Angst beschrieben. Stress hat immer eine Angstkomponente. Wenn wir die Angst nicht verstehen (in der Beratung demaskieren), können wir dem Stress nicht wirklich beikommen. Denn Stress schützt uns vor der Niederlage und als Dauer-Gestresste beitreiben wir Schattenboxen (Adler), um uns unserer Stärke zu versichern. Eine individualpsychologische Beratung kann dem Angstgestressten helfen, hinter die eigene Fassade zu schauen und sein Drehbuch endlich umzuschreiben.

In unserer Arbeit mit dem Klienten suchen wir vorsichtig, die ANGST zu enttarnen. Indem wir sie erkennen und beschreiben, verliert die „alte“ ANGST ihren Schrecken. Sie verkleinert sich zum DRUCK, den wir bei entsprechender Übung und ermutigendem Training zur KRAFT entfalten können. Alle hier genannten Begriffe haben fünf Buchstaben und können spielerisch als Wort-Folien übereinander gelegt werden. Den ANGST-MACHT-SUCHT-Mechanismus habe ich im Buch „Schlank&stark“* detailliert beschrieben.

Stress – ein Abwehrmechanismus im Dienste des Überlegenheitszieles

Mit der Entzauberung der alten, lähmenden ANGST durch ermutigende Konfrontation können wir auch den Stress demaskieren als das, was er eigentlich ist: eine angstgetriebene Gangart, ein Abwehrmechanismus im Dienste des Überlegenheitszieles.

Als Individualpsychologen schauen wir mit System unter (oder hinter) die Symptome. Wir decken eine Folie nach der anderen auf. Wir erblicken z.B. unter der SUCHT die misslungene MACHT und unter der MACHT die tiefe ANGST.  Auch Stress ist – wie ich gezeigt habe, ein verzweifelter Versuch, das Minderwertigkeitsgefühl zu kaschieren. Wir können den Stress also nicht einfach vermeiden. Das wäre widersinnig. Wir müssen ihn verstehen und zur neuen KRAFT transformieren. Das ist IP-Arbeit, wie ich sie verstehe und praktiziere.

Mit dieser Vorstellung bin ich an die Problematik der Ess-Sucht gegangen und habe den Sinn des ungezügelten Essens psychodynamisch beschrieben. Das Buch „Schlank&stark“ nimmt die oben beschriebene IP-Sicht voll auf.  Ziel ist die Erkenntnis, dass man nicht nachhaltig schlank werden kann, wenn man nicht „stark“ ist.  Stress vermeiden ist gemäß der kausalen Betrachtung ein nachvollziehbares Anliegen. ANGST überwinden oder Stress als Strategie verstehen – kommt meines Erachtens der finalen Betrachtung mehr entgegen. Eine solide Lebensstil-Analyse hilft bei der Aufdeckung und Bearbeitung der ÄNGSTE, die unter den verschiedenen Symptomen liegen. Und Stress ist nur eines von vielen…

*M. Jensch, J. Mottola-Kirchner: Schlank und stark, Herzsprungverlag 2016, bei amazon 13,90€

www.synchronizing.de, www.synchronizing.ch, blog.synchronizing.de